Archiv der Kategorie 'Zeitunglesen verblödet'

Allgemeine Thüringer Bigotterie

Das Religiöse auf dem „rechten Platz“: Wenn TA-Diktator Raue sein katholisches Männer-Netzwerk um sich versammelt, wird schon mal die Frage, ob es die Shoa gab oder nicht, zu einer bloßen Uneinigkeit, während die wahre Gefahr ja eh von außen von den bunten Taliban kommt:

Warum kümmert sich der Papst überhaupt um die Pius-Brüder mit dem Holocaust-Leugner Williamson?
Dieses Bemühen, die Einheit der Kirche zu wahren, war dem Papst immer wichtig und ein großer geistlicher Antrieb. Er wollte nicht, dass sein Amt mit einer Kirchenspaltung verbunden würde. Ratzinger denkt immer von der Einheit der Kirche her. Ich glaube, es ist ein Herzensanliegen jedes Papstes, Uneinigkeiten in der Kirche aufzuarbeiten und zu überwinden.

Man gewinnt gelegentlich den Eindruck, Glaube und Vernunft würden nicht zusammenpassen? Welche Wirkung hinterlässt Benedikt XVI.?
Diese Frage bewegte schon Johannes Paul II. Für beide Päpste stellt der Fundamentalismus in den Religionen eine Gefährdung dar. Sie wollen die Ordnung der Welt nicht den Taliban, welcher Farbe auch immer, überlassen. Vielmehr verweisen sie auf eine von Gott geschenkte Vernunft des Menschen. In dieser Ordnung der Natur gibt es etwas, das auch dem Religiösen immer wieder seinen rechten Platz anweist.

(Quelle: http://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/detail/-/specific/Domplatz-1-Der-Papstfreund-1906235093 am 23.02.2013)

Deutschland als moralische Supermacht.
Erfurt das Zentrum.
Mittel: Der Erinnerungsort auf dem Topf & Söhne-Gelände

Form: Bereinigung des Geländes
Martialische Räumung des Besetzten Hauses im April 2009. Nach dem Abriss aller – außer des Verwaltungsgebäudes – historischen Gebäude auf dem Topf- und Söhne-Gelände wurden Einkaufsmärkte, Parkplätze und im Verwaltungsgebäude der Erinnerungsort errichtet. Preisgekrönt versteht sich:

Architekturpreis für Erfurter Erinnerungsort „Topf & Söhne“.
Gold gab es für die Gestaltung des Erinnerungsortes auf dem Gelände des Krematoriumsherstellers für Auschwitz.[1]

Inhalt: Bereinigung der Vergangenheit
Kapitalismus, was sonst?

Nach der Räumung des Besetzten Hauses wurde das Gelände der kapitalistischen Verwertung wieder überantwortet. Dass dies mittels Fressnapf, Drive-Bäckerei oder Eigentumswohnungen realisiert wird liegt klar auf der Hand. Doch wie lässt sich aus dem Verwaltungsgebäude mit der Ausstellung, die keinen Eintritt kostet, Gewinn erzielen? Als praktischer Werbeträger für die Stadt Erfurt, mehr noch für die Stadt Erfurt in Deutschland.

Vorspiel: Die Wanderausstellung Topf & Söhne
Die Ausstellung war vorher schon auf Europa-Tournee. Ziel?

„Die Ausstellung trägt dazu bei, im Ausland zu zeigen, dass Deutschland mit seiner Vergangenheit kritisch umgeht“[2]

so Ausstellungsleiterin Annegret Schüle im März 2010. Oder wie Stadtmuseumsdirektor Hardy Eidam sagte:

die Stadt Erfurt könne nicht nur mit goldenen und glänzenden Dingen aus der Geschichte zu einem guten Image beitragen.[3]

Deutschland in den 1990ern: Krieg führen nicht trotz Auschwitz, sondern wegen Auschwitz! Erfurt 2010: Deutschlands hat ein gutes Image nicht trotz Auschwitz, sondern wegen Auschwitz. Natürlich wegen seines vorbildlichen Umgangs damit.
Damit will ich nicht sagen, dass die Ausstellung per se blöd ist, die Ziele die damit propagiert werden sind es.

August 2011: Deutschland als moralische Supermacht.
Erfurt das Zentrum.

Am 13. August weiß die Thüringer Allgemeine zu berichten:

15 muslimische Studierende, die am Sommerkurs „Muslims in the West“ der Universität Erfurt teilnehmen, erfuhren am Erinnerungsort im Sorbenweg gestern aber nicht nur etwas über den Anteil der Erfurter Ingenieure am Holocaust.
Daberstedt. „Sie erfahren hier auch, wie offen und kritisch in Deutschland mit der schrecklichen Vergangenheit umgeht“, sagt Professor Jamal Malik vom Lehrstuhl für Islamwissenschaft der Universität, der die Summer School organisiert hat, zum inzwischen zehnten Mal.

„Damit ändern wir ihr Leben radikal“, ist Malik sich sicher. Denn in vielen ihrer Herkunftsländer – Indien, Bangladesh, Pakistan, Türkei oder Bosnien – wurden oder werden ethnische Gruppen wenigstens ausgegrenzt oder gar ausgelöscht. Und dieses Thema im eigenen Land tabuisiert. Da könnten Deutschland und Erfurt Vorbild sein für einen offeneren Umgang, glaubt Malik, der mit den Studierenden auch Buchenwald besuchte. „Sie kehren selbstkritischer zurück, dies ist ein zentraler Punkt in ihrem Leben“, ist der Professor sich sicher.[4]

Es wird nicht nur ein Schlussstrich unter die deutsche Vergangenheit gezogen, das Tätervolk wird nicht nur zu einer geläuterten Nation, nein vielmehr es wird zu einer Vorbildnation, zu einer moralischen Supermacht. Den dummen Moslems wird mal überlegen gelehrig gezeigt, was Demokratie ist! Das ganze in einem Bundesland, wo Flüchtlinge mit Zahnschmerzen nicht behandelt, sondern ihnen die Zähne gezogen werden.[5] Werden in und durch Deutschland Menschen wenigstens ausgegrenzt oder gar ausgelöscht? Nein, keine Angst, es gibt keine Flüchtlinge in Lagern, denen Gutscheine zugeteilt werden und Flüchtlinge im Mittelmeer sterben auch nicht dank deutscher Unterstützung. Alltäglicher Rassismus, Antiziganismus, Abschiebungen, Antisemitismus und Arbeitswahn? Gibt es hier nicht. Besonders natürlich nicht in Erfurt!

Quellen:
[1] Thüriger Allgemeine vom 20.07.2011, http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Architekturpreis-fuer-Erfurter-Erinnerungsort-Topf-Soehne-128790061
[2] Thüringische Landeszeitung, 03.03.2010 http://www.topf.squat.net/texte/presse/2010_03_03_tlz.html
[3] zitiert nach ebd.
[4] Thüriger Allgemeine vom 13.08.2011, http://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/detail/-/specific/Muslimische-Studenten-bei-Topf-Soehne-302242265
[5] Thüringer Flüchtlingsrat 27.07.2011, http://www.fluechtlingsrat-thr.de/index.php/presse/361-zaehne-ziehen-statt-behandeln; Thüringer Allgemeine 28.07.2011, http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Zaehne-von-Asylanten-werden-gezogen-und-nicht-behandelt-666678436

Papstsurditäten

Ein Überblick über die Hofberichterstattung der Thüringer Allgemeinen. Das geht schon seit Wochen so und garantiert die nächsten zwei Monate so weiter. 8-|

28. 07. 2011

Klappstühle mit Lehnen bei Papstbesuch in Erfurt verboten [1]

29. 07. 2011

Der Papst trifft auf dem Flughafen ein, der neuerdings Erfurt-Weimar heißt. Und dann kommt es drauf an: Steht das Ehrenspalier mit 20 jungen Polizisten richtig in Position? Sind die 15 Persönlichkeiten, die sich an der „Receiving Line“, dem Empfangskomitee, aufstellen, auch vollzählig? Geht es mit den beiden Blumenkindern glatt, die den Papst mit einem bunten Strauß in der Landeshauptstadt willkommen heißen? [2]

30. 07. 2011

Lieberknecht will Papst ihre Abschlussarbeit schenken [3]

31. 07. 2011

Besonders niedlich und handlich: Ein Autofahrer-Rosenkranz im Mini-Format, den man sich an den Innen-Spiegel klemmen kann. Der Renner im Souvenirhandel ist jedoch weiterhin der Ratzefummel-Radiergummi. [4]

02. 08. 2011

Erfurter Kinder erhalten schulfrei beim Papstbesuch […] Unter anderem müssen sich Anwohner des Domplatzes während des Besuchs ausweisen, um ihre Wohnungen zu erreichen können. Die Betroffenen sollen Ende August direkt informiert werden. Zudem muss eventueller Besuch während der Papstvisite bei der Polizei angemeldet werden. Ferner dürfen einige der Anwohner des Domplatzes zur Messe am Samstag die Fenster nicht öffnen. [5]

04. 08. 2011

Unter Philatelisten und in Kirchenkreisen war spekuliert worden, dass eine Sonderbriefmarke anlässlich des Papstbesuches herausgeben würde. Das wird aber nicht der Fall sein [6]

04. 08. 2011

[7]

05. 08. 2011

Da spielt sich im Erfurter Augustinerkloster Kirchengeschichte ab, und die zweite Reihe der Linkspartei muss Krawall machen. Wenn der Papst im September nach kommt, dann ist das ein Weltereignis und für die Stadt ein unglaublicher Image-Gewinn. [8]

05. 08. 2011

Rechtsanwalt Heinz-Jochen Spilker, Vorstandsvorsitzender des Vereins Citymanagement , befürchtet einen Imageschaden: „Ich halte es für eine Katastrophe, wenn an einem derart historischen Tag demonstriert wird.“ [9]

06. 08. 2011

In der Tat. Dieser Teppich wird etwa 60 Meter lang sein.
Lässt das Land für jeden Staatsbesuch einen roten Teppich anfertigen?
Nein. Aber dieser lange rote Teppich wurde extra angemietet. Kürzere rote Teppiche haben wir hier vor Ort. [10]

06. 08. 2011

Über die antipapistischen Demonstrationen war die Fraktion seit Wochen informiert, räumte Ramelow ein. [11]

06. 08. 2011

Die Aufgaben, die der Weihbischof in den Monaten vor dem Papstbesuch zu bewältigen hat, erinnern beinahe an die eines Event-Managers. […] Zugrunde liegt, wie beim Film, ein Drehbuch, was hier Messbuch heißt. [12]

Quellen:
[1] http://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/detail/-/specific/Klappstuehle-mit-Lehnen-bei-Papstbesuch-in-Erfurt-verboten-831547507
[2] http://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/detail/-/specific/Protokollchefin-Meyer-bereitet-nicht-nur-Papst-Besuch-vor-952196107
[3] http://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/detail/-/specific/Lieberknecht-will-Papst-ihre-Abschlussarbeit-schenken-2110938012
[4] http://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/detail/-/specific/Ratzefummel-sind-der-Renner-unter-Papst-Souvenirs-in-Erfurt-618290394
[5] http://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/detail/-/specific/Erfurter-Kinder-erhalten-schulfrei-beim-Papstbesuch-528211482
[6] http://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/detail/-/specific/Drei-Papst-Stempel-aus-Thueringen-752471432
[7] http://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/detail/-/specific/Stadt-will-Hunde-und-Umsatzsteuer-nutzen-1476492559
[8] http://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/detail/-/specific/Protest-ist-erlaubt-297689305
[9] http://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/detail/-/specific/Demonstrationen-gegen-Papstbesuch-Heidenspass-statt-Hoellenangst-1225041507
[10] http://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/detail/-/specific/Die-Reiseleiterin-des-Papstes-Minutengenauer-Ablauf-1532988885
[11] http://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/detail/-/specific/Linke-Fraktionschef-Ramelow-Ist-Kirche-Teil-der-Gesellschaft-186187265
[12] http://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/detail/-/specific/Erfurter-Weihbischof-Reinhard-Hauke-an-Seite-des-Papstes-1703386051

P.S. Gegen den Papstbesuch in Erfurt ist mittlerweile auch ein Bündnis aktiv:

Scheiß-Kindheit in der Kackstadt


Dass eine Blockwartmentalität in Erfurt weit verbreitet zu sein scheint, hatte ich ja schon früher bemerkt. Aber niemensch wird als ebensolcher geboren. Hier fängt es also an: Wohnungsgesellschaft KoWo und Polizei treiben Kindergarten-Kinder auf der Suche nach Hundescheiße durch das Plattenbauviertel Roter Berg:

Erst auf dem Rasen hinter der Sporthalle des Heinrich-Hertz-Gymnasiums stießen Fabrice, Lisa und Janne sowie deren Freunde aus der Kita Kinderland am Zoo auf tierische Hinterlassenschaften.
Angeführt von Mike Wedekind aus der Polizei-Inspektion Nord bewegte sich der kleine Zug der Knirpse gestern vom Bürgertreff aus durchs Quartier, um möglicherweise gar auf einen Hundebesitzer zu treffen, der es nicht für nötig hielt, die Tretminen seines vierbeinigen Lieblings ordentlich zu entsorgen.

Keck und selbstbewusst sprach ein Sechsjähriger gar von Umweltverschmutzung.

Neben dem Kontrollgang durften die Kinder noch für den Ortsbürgermeister Rolf Schacht

ausdrucksvolle Zeichnungen und Collagen mit Hunden, die von ihren Besitzern ordentlich an der Leine geführt werden, mit sauberen Grasflächen ohne Hundekot unter strahlend gelben Sonnen

anfertigen.
Sorglose Kinderzeit ade…

Quelle: http://erfurt.tlz.de/web/erfurt/startseite/detail/-/specific/Projekt-Mach-xb4-s-mit-Tuete-am-Roten-Berg-aufgefrischt-1174798950

Was in Erfurt so alles verboten ist

Alle paar Jahre mache ich es mir in der Badewanne gemütlich. Gestern war es wieder soweit. Dabei habe ich aber den Fehler gemacht, nicht wie sonst eine von den vielen „Die drei ???“-Kassetten einzulegen, nein es lief die Podiumsdiskussion „Braucht es heute noch Widerstand und Rebellion?“ (Download, hier, mp3, ca 60 mb) aus dem Theater Erfurt von vorgestern. Anlass war die Aufführung der Oper „Robin Hood“. Bei der Diskussion mitgespielt haben Vizebürgermeisterin Tamara Thierbach, CDU-Stadtrat Thomas Hutt, die „ehemaligen Hausbesetzer“ Pascal und Christian und Johannes Smettan. Die Linke Tamara Thierbach forderte ein Recht auf Arbeit. Ich sprang nicht aus dem Wasser und ruinierte vor Nässe triefend das Notebook, indem ich die Aufnahme stoppte. Immerhin forderte Christian dann das „Recht auf Faulheit“. Aber dann kommt Regisseur Jürgen R. Weber und behauptet, kurz bevor er die Hausbesetzer_innen mit den Roten Khmer in einen Topf wirft:

„Das interessante ist ja, dass man im Moment auch nicht arbeiten muss. […] Du hast hier total das Recht, die Flaschen abends aus dem Mülleimer zu holen und davon zu leben!“

Auch das ist völliger Unsinn und einfach falsch. Ein Blick in die „Ordnungsbehördliche Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in der Landeshauptstadt Erfurt (Stadtordnung) vom 16. Mai 2003“ (download: hier, pdf) hilft da weiter.

§ 4 Abfallbehälter
(2) Abfallbehälter aller Art, Sammelbehälter zur Rückgewinnung von Rohstoffen und Behältnisse von Streugut dürfen nicht durchsucht, Gegenstände daraus nicht entnommen oder verstreut werden.
[…]
§ 15 Ordnungswidrigkeiten
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 50 ThürOBG handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig
7. entgegen § 4 Abs. 2 die dort genannten Behälter durchsucht oder aus ihnen Gegenstände entnimmt oder verstreut,
(2) Die Ordnungswidrigkeit kann gem. § 51 ThürOBG mit einer Geldbuße bis zu 5000,00 Euro geahndet werden.

Jetzt könnte mensch ja auf die Idee kommen, die leeren Flaschen neben dem Mülleimern abzustellen, damit die Flaschensammler_innen diese nicht durchwühlen müssen. Ne ne, das ist auch VERBOTEN und wird als Ordnungswidrigkeit ebenfalls mit einer Geldbuße bis 5000 Euro bestraft. Kackstadt.
Na gut, immerhin hat die Polizei gerade wichtigeres zu tun. Das wichtigste Thema des Tages ist, wer den Polizeieinsatz beim Papstbesuch im September leiten darf. Wird es vielleicht Jürgen Loyen?

SoKo-Leiter bei den Mafiamord-Prozessen, Räumung Besetztes Haus, Neonazi-Demonstrationen, Krawall-Fußballspiele, Bandidos-Prozesse und die Sendung „Wetten dass?“ – Loyen gilt als erfahren bei Großeinsätzen. Ob der 46-Jährige für die Sicherheit des Heiligen Vaters und der erwarteten 100.000 Gläubigen sorgen wird, ist noch nicht entschieden. Es heißt, es liegen mehrere Bewerbungen vor. Es geht um Prestige und Politik.


Quelle: http://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/erfurt/startseite/detail/-/specific/Sicherheit-fuer-den-Papst-in-Erfurt-1303572633

Automesse Kackstadt: Die Thüringer Allgemeine und Sexismus gehören seit jeher zusammen

TA-Schreiberling Maik Ehrlich:

Am Sonntag steht die Wahl des Tuning Babes auf dem Programm. Denn schließlich gehören seit jeher Frauen und Autos irgendwie zusammen. (1)

Ein Allgemeinplatz, den jede_r nachzuplappern scheint, wie die Moderatorin der Messe, Romy Willuhn:

„Zu Autos gehören natürlich auch schöne Mädchen.“ (2)

Naja und zu der obligatorischen Misswahl scheinbar auch eine sabbernde Männerjury.
Quellen: (1) http://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/detail/-/specific/4-Automobilmesse-hat-in-Erfurt-begonnen-1202997729 (2) http://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/detail/-/specific/23-jaehrige-Erfurterin-ist-Tuning-Babe-2011-1515838155

Terrorland Deutschland



und dann das:

Trotzdem, die Polizisten, die seit einigen Wochen im frostigen Freien unterwegs sind, zeigen inzwischen kaum noch Verständnis dafür, dass es misslang, die Winterhose rechtzeitig zu beschaffen. Der GdP-Sprecher verweist darauf, dass zur Thüringer Uniform auch hochwertige Thermo-Unterwäsche gehört. Große räumt allerdings auch ein, dass die Unterwäsche kein Ersatz für eine wärmende Einsatzhose ist.

Quellen: Thüringer Allgemeine Zeitung, http://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/detail/-/specific/Den-Thueringer-Polizisten-fehlen-warme-Winterhosen-823796939

Für die Katastrophe gewappnet


Erfurt. „3000 Schlafplätze in Schulen und Turnhallen könnten wir sofort zu Verfügung stellen“, sagt Norbert Busse, Chef der Abteilung infrastrukturelles Gebäudemanagement im Hochbauamt. Das sei bei Großveranstaltungen erprobt und sogar Pflicht für den Fall, dass eine Naturkatastrophe droht oder Bomben entschärft und Menschen evakuiert werden müssten.

Quelle: http://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/detail/-/specific/Genuegend-Betten-fuer-moeglichen-Papstbesuch-vorhanden-1578952203

Thüringer Medien zur Castor-Scheiße

Der Infoladen Sabotnik hat jetzt einen lesenswerten Reisebericht veröffentlicht: http://sabotnik.blogsport.de/2010/11/11/castor-reisebericht-aus-thueringen/.

Und was macht die gutbürgerliche Presse?
Am Montag nach dem Castor-Transport kommentiert Karsten Jauch in der Thüringer Allgemeinen Zeitung diesen kritisch:

Was die Menschen im Wendland alle paar Jahre erleben, ist eine polizeistaatliche Belästigung. Bahnstrecken sind mit Stacheldraht abgesperrt. Menschen werden an Parkplätzen und Haltestellen kontrolliert. Das geschieht im Rahmen des niedersächsischen Gefahrenabwehrgesetzes. Nur ist diese Definition der Gefahr die einer rückwärtsgewandten Engergiepolitik.
In Wahrheit ist der Protest die Gefahrenabwehr. Denn die Menschen wollen keine Castor-Transporte, kein Endlager in Gorleben und keine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke.
Insofern ist der zivile Ungehorsam – dazu gehört auch das Schottern – keine Straftat, keine Sabotage.(1)

Das löst einen Sturm der Empörung unter den braven Thüringern aus. Hobbyhistoriker Kurt Schlenstein aus Ilmenau analysiert:

Die Zerstörung von Gleisanlagen erinnert sehr an die Maschinenstürmer des 19. Jahrhunderts.(2)

Und Jörg Schwäblein aus Erfurt, der solang in der CDU ist, wie die DDR existierte:

war empört:(…) ‚Von der Gewalt gegen Sachen ist es nur ein kleiner Schritt zur Gewalt gegen Personen.(2)‘

Höchste Zeit für die TA sich zu entschuldigen und zu titeln:

„Schottern ist eine Straftat“(2)

denn der Vorsitzende des Thüringer Strafverteidigervereins Andreas Kreysa sagt, beim Schottern

‚handelt es sich um die Zerstörung von Bauwerken nach § 305 des Strafgesetzbuches‘(2)

Wäre das schonmal geklärt, muss nur noch versucht werden, mit der Bildzeitung mitzuhalten, die vom Bürgerkrieg im Wendland faselte. Kein Problem, einfach ein paar

Thüringer Polizisten vor Ort(3)

befragt und siehe da sie

sprachen von ‚Szenen wie im Krieg.‘(3)

Dazu ein Interview mit Bodo Reiche, Chef der Thüringer Prügelbulleneinheit BFE. Titel:

Thüringer Polizeiführer beklagt steigende Gewalt bei Castortransport(4)

Investigativ gefragt:

auch Polizisten müssen mal essen, schlafen, duschen…(4)

Die Antwort:

Stimmt. Eine Ablösung hier im Wendland gibt es nicht, wir sind die ganze Zeit am Orte. Die Einsätze dauern 18, 20, 24 Stunden. Das ist immer so bei Castor-Protesten. Unser Quartier befindet sich etwa 40 Kilometer weg vom Geschehen um den Castor, in Containern. Vier Mann – eine Zelle. Zehn Toiletten und zehn Duschen für 120 Menschen.(4)

So ein Leben als Berufsschläger ist schon nicht einfach. Und was kommt noch dazu?

Dazu kommt die Trennung von der Familie – wir haben schließlich auch 14 Frauen mit und in jeder Pause wird per Handy nach Hause telefoniert.(4)

Familie ist halt Frauensache bei der Thüringer Polizei.

Quellen:
(1) http://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/detail/-/specific/Des-Teufels-heisse-Last-737539885
(2) http://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/detail/-/specific/Schottern-ist-eine-Straftat-1960257445
(3) http://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/detail/-/specific/Thueringer-Polizisten-im-Castor-Einsatz-311680067
(4) http://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/detail/-/specific/Thueringer-Polizeifuehrer-beklagt-steigende-Gewalt-bei-Castortransport-817904976

Allgemeiner Thüringer rassistischer Normalzustand

Zeitungslesen – beispielsweise in der gestrigen Thüringer Allgemeinen – bildet. Mensch lernt, dass Verteidigungsminister Guttenberg

„der deutsche Obama“[1]

ist. Und dann das Interview mit Moderatorin Nazan Eckes

„das – im wahrsten Sinne des Wortes – schönste Beispiel für gelungene Integration.“[2]

Hier in gebrochenem Deutsch – die TA weiß wie man mit „Deutsch-Türken“[2] reden muss – die Frage:

„Was können die Deutschen von anderen Kultur lernen?“[2]

Antwort:

„Die Deutschen haben schon viel gelernt – nicht nur von der türkischen Kultur. Früher haben sich die Deutschen die Hand gegeben, heute hat man sich von den Südländern das Bussi, Bussi abgeschaut. Oder nehmen wir die Kaffee-Kultur – auch in den deutschen Städten sitzt man gerne zusammen draußen und quatscht. Und im Winter wird einfach ein Heizpilz rausgestellt. Eine Vermischung hat stattgefunden.“[2]

Und zu der „Diskussion“ um Intergration?

„Hier in Deutschland sind doch nicht plötzlich alle ausländerfeindlich.“[2]

Richtig erkannt, nicht alle, nur fast alle. Zum Beispiel der Thüringer JU-Funktionär Stefan Gruner ein paar Seiten weiter:

„Es kann nicht sein, dass es anatolische Bergdörfer umgeben von deutschen Großstädten gibt und Minarette, die höher sind als Kirchtürme.“[3]

So, ein bisschen gehetzt.

„Das ist keine Stimmungsmache, sondern ein Aufgreifen der Sorgen der Menschen.“[3]

Schon klar. Und zum Abschluss noch ein bißchen Folkore von Eckes:

„Wir müssen erkennen, was es für ein Reichtum ist, eine italienische Oper zu besuchen, spanisches Essen serviert zu bekommen und griechischen Wein zu trinken.“[2]

Quellen:
[1] http://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/detail/-/specific/Der-deutsche-Obama-1979210485
[2] http://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/detail/-/specific/Nazan-Eckes-auf-Erfurter-Herbstlese-mit-neuem-Buch-Guten-Morgen-Abendland-110227902
[3] http://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/detail/-/specific/Stefan-Gruhner-Guttenberg-ist-fuer-alle-Aemter-geeignet-540995485