Archiv der Kategorie 'Squatten in Erfurt'

Viva la SPUNK – Vor zehn Jahren…

da gab es schon ne Weile verschiedene linksradikale Zeitschriften in Erfurt. Die bekannteste war wohl die „Spunk“, die jedesmal mit einem anderen Namen auf dem Titel veröffentlicht wurde. So richtige Zeitschriften zum Anfassen. DIY: zusammengebastelt, irgendwie selbst kopiert und zusammengeheftet. Ich habe mich immer gefreut, wenn auf einmal eine neue aufgetaucht ist.
ein foto mit zwei ausgaben der zeitschriften drauf. papier. hefte. selbst kopiert irgendwie und geheftet
In den nächsten Posts habe ich mal zwei Artikel von vor nun 10 Jahren in die Tastatur gehackt, damit die Texte nicht verloren gehen. Da ich keine Ahnung von Theorie und so habe, fand ich den ersten Artikel ziemlich gut, denn da wird erklärt, was kritische Theorie ist – verständlich erklärt! Das Foto habe ich jetzt mal dazu kopiert, so sieht mensch noch klarer, dass es hauptsächlich eine Theorie von Männern™ war. Und ist? Ja, Nein? Hm.
Der zweite Text über „sexuelle Codes“ ist heute noch genauso aktuell. Ist da denn überhaupt viel Theorie dazu gekommen? Nochmal hm. Nun gut, heute heißt es „sexuelles Skripting“. Den spannenden Workshop in Copenhagen habe ich leider dieses Jahr verpasst.
Als das besetzte Haus am Tag der Räumung plattgewalzt wurde, da waren auch einige Spunks darunter.
Kein vergeben! Kein vergessen!

08.12. Erfurt: Topf & Söhne – Besetzung auf einem Täterort – Lesung und Party

Das besetzte Haus in Erfurt ist nun schon vor dreieinhalb Jahren geräumt worden. Nun gibt es eine Broschüre, die beim graswurzel-verlag bestellt werden kann (12,90 €).
Abbildung des Buchtitels. Unter dem Titel ist ein Foto von der Hausfassade. In einem Fenster sitzen zwei Menschen und lassen die Beine heraus baumeln.„Die Hausbesetzung auf dem ehemaligen Gelände der Erfurter Firma Topf & Söhne, die in der Zeit des Nationalsozialismus Krematoriumsöfen für Konzentrations- und Vernichtungslager hergestellt hatte, war in den 2000er-Jahren eines der bekanntesten linksradikalen Projekte in Deutschland. Das Buch will die Erfahrungen dieser Zeit festhalten. Mit Erzählungen und Analysen rekonstruieren wir gemeinsame Kämpfe und interne Streitigkeiten, sprechen mit anderen Beteiligten über Ratten und Debatten und bieten dazu einen Überblick über die Hausbesetzer_innenszene der 1990er-Jahre in Erfurt und die historische Bedeutung der Firma Topf & Söhne.“
Erlebnisse, die sich tief eingebrannt haben. Auch bei mir: Wie ich das letzte Mal die Stufen von meinem Lieblingsplatz hinunterging und wußte, dass es das letzte Mal sein würde, dass ich es nie wieder sehen würde. Plenums, die von abends um sieben oder um acht bis nachts halb eins gingen. Rundgänge mit ein oder zwei Personen, die es noch nicht gesehen hatten, über das Geschichtsgelände. Der Verfall. Partys mit vollgekoksten „Das-darf-ich-hier-nicht-sagen.“-Mackern. Mein eigenes Versagen. Der Geruch. Schlafen, obwohl der Boden vom Techno-Gewummer zwei Etagen drunter bebt. Kälte, trotz zwei Schlafsäcken. Den Hof kehren. Sicherheit. Abenteuer, das von Bullen umstellte Gelände umgehen und sich durch die Schrottwüste hindurchschlagen. Schicke Antifas.
Naja und so weiter, jedenfalls gibt es eine Buchvorstellung und Releaseparty für die Broschüre:
„Am 08.12.2012, 20.00 Uhr, im Filler in der Schillerstraße 44 in Erfurt.
Es spielen mehrere, zum Teil mit dem Haus assoziierte Bands, dazu lesen verschiedene Autor_innen ihre Texte.
Es spielen [geupdatet]: Kenny Kenny Oh Oh, Failed Suicide Plan, Schachtelmund und DJ Creepy – elektro/electronica
Es lesen: Anna und Arthur

Streetart erinnert an Räumung von Topf & Söhne vor zweieinhalb Jahren


Schwer bewaffnete Polizei-Sondereinheiten auf dem Dach eines antifaschistischen selbstverwalteten Projekts – das ist Thüringen. Diese Streetart auf einem Werbeplakat in der Weimarischen Straße in Erfurt erinnerte heute an die gewaltsame Räumung des ehemaligen Topf&Söhne-Geländes am 16.04.2009. Gegenüber befindet sich der Parkplatzes, an dessen Stelle sich das Haupthaus der Besetzung befand und der jeden Tag deutlich macht, dass es eine Lücke in Erfurt gibt, die bis heute nicht gefüllt werden konnte. via

Werbung


Kommt zur Kund­ge­bung „Hände weg von un­se­rem Fah­rer!“ am Mitt­woch, dem 8. Juni, um 08.​00 Uhr vor dem Amts­ge­richt in Er­furt!
Be­glei­tet den Pro­zess ab 09.​00 Uhr im Sit­zungs­saal 8.
So­li­da­ri­tät mit Tho­mas!
Link zum Aufruf

Werbung: Hände hoch! – Haus her!-Tage in Erfurt

An allen Ecken und Kanten fehlt uns unser Besetztes Haus. Zwei Jahre nach der Räumung werden Menschen dem mit inhaltlichen Veranstaltungen Ausdruck verleihen. Das ist nur ein kleiner Ausschnitt davon, was es bedeutet, dass wir alle geblieben sind! Weiter zu machen ist eine passende Antwort auf die Räumung. Immerhin sind wir mit einzelnen Projekten und Menschen zwar obdachlos, doch nicht tot! Um uns zum Schweigen zu bringen, hätten sie schon schießen müssen. In diesem Sinne – Nach der Räumung ist vor der Besetzung!

  • 12. April / ab 18 Uhr / Offene Arbeit, Allerheiligenstraße 9, Hinterhaus: Küche für Alle / DIY
  • 15. April / 14 Uhr / Treffpunkt wird auf http://haendehoch.blogsport.de/ noch bekannt gegeben: Aktionskletterschnuppertraining mit Cécile Lecomte
  • 15. April / 20 Uhr / Veto, Trommsdorffstraße 5: Infos zu aktuellen Prozessen von Cécile & Diskussionsrunde zu direkten Aktionen
  • 16. April / ab 10 Uhr / Treffpunkt Veto, Trommsdorffstraße 5
  • 16. April / 18 Uhr / Veto, Trommsdorffstraße 5: Info-Veranstaltung zu den kommenden Kämpfen um die Rote Flora in Hamburg
  • 18. April / 20 Uhr / Veto, Trommsdorffstraße 5: Veranstaltung „Das Massensterben der Flüchtlinge im Mittelmeer“ mit Stefan Schmidt, Kapitän der Cap Anamur
  • Link zum ausführlichen Programm

    Valentinstag 2011? Ein Herz für Thomas!

    Edit: Achtung, der Prozess wurde schon wieder mal verschoben. Diesmal auf den 08. Juni 2011, 09.00 Uhr, Amtsgericht.

    Am 16. April 2009 wurde das besetzte Haus auf dem ehemaligen Topf & Söhne-Gelände in Erfurt brutal von der Polizei geräumt. Dies veranlasste zahlreiche Unterstützer_innen der 8 Jahre währenden Besetzung dazu, bundesweit an Solidaritätsaktionen teilzunehmen oder eigene zu organisieren. Auch Thomas beteiligte sich durch Fahren des Lautsprecherwagens auf einer Demonstration nach der Räumung in Erfurt. Als sich der Demonstrationszug vom Anger aus in Richtung Fischmarkt bewegen wollte, stürmte die Polizei plötzlich den Lautsprecherwagen. Die Polizist_innen griffen Thomas mit Pfefferspray an, zerrten ihn aus dem Wagen und verhafteten ihn.

    Knapp 2 Jahre später, am 14. Februar 2011, beginnt nun der Gerichtsprozess gegen ihn. Die Tatvorwürfe laut Anklageschrift: „Verstoß gegen das Versammlungsgesetz jeweils in Tatmehrheit mit gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte in Tateinheit mit versuchter Körperverletzung“. Unter dem Motto „Angeklagt bin ich allein – gemeint sind wir alle“ hat sich eine Unterstützer_innen-Gruppe gegründet. „Wir werden den Prozess kritisch begleiten und rufen zu solidarischer Unterstützung auf!“ sagte Vera Grone, eine Sprecherin der Gruppe. „Es scheint als habe die Polizei politisch agiert und versucht, jeden kleinsten Vorwand zu nutzen, um die Demonstration aufzuhalten. Mit dem bevorstehenden Prozess soll ein Unterstützer der Besetzer_innen kriminalisiert, sowie der gesamte Polizeieinsatz legitimiert werden.“ so Grone weiter.

    Wir laden ein zur Kundgebung am 14. Februar 2011 unter dem Motto „Hände weg von unserem Fahrer!- ein Herz für Thomas“ um 12.30 Uhr vor das Amtsgericht in Erfurt. Der Prozess beginnt am selben Tag um 13.15 Uhr im Sitzungssaal 8.
    Email: ugruppe.thomas( ätt>googlemail.com

    Sozialwohnungen auf dem Topf & Söhne-Gelände bald bezugsfertig


    Vor zwei Jahren, als in Erfurt debattiert wurde, ob es nötig sei, das ehemalige Topf & Söhne-Gelände platt zu machen und neu zu entwickeln, lautete eines der Argumente der Stadtspitze, es würden dort dringend benötigte Sozialwohnungen entstehen. Irgendwie wusste man damals schon, dass das gelogen ist. Immerhin steht in Erfurt einiges leer und wenn etwas den Zugang zu billigem Wohnraum beschränkt, dann die Zurückhaltung der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft bei der Vermietung von Altbauten.
    Seit ein paar Tagen kann man nun in der Rudolstädter Straße sehen, was bald auf dem Gelände entstehen wird (rechts) und wie es früher einmal dort ausgesehen hat (links). So werden denn bald Eigentumswohnungen zum Verlieben auf den Trümmern von Montagehallen und Zwangsarbeiterbarracken gebaut. Da freut man sich sich doch auf’s Sektchen in der Badewanne.
    via Infoladen Sabotnik

    Zurück kegeln!

    Heute vor einem Jahr: Räumung des Keglerheims in Erfurt


    Jetzt steht es leer und verfällt.
    Kommt zur Kundgebung am 04.12.2010, 12.00 Uhr Bhf.: „Wir kegeln zurück!“

    Bodo Ramelow beim Einkaufen auf dem Topf & Söhne-Gelände gestört

    Im April 2009 wurde das Topf & Söhne-Gelände geräumt, damit Leute wie Bodo Ramelow und sein Schoßhündchen Attila da, wo im Nationalsozialismus Leichenverbrennungsöfen für Buchenwald und Auschwitz hergestellt wurden, in Ruhe einkaufen können. Ramelow

    „ist das Gelände in der jetziger Form wohl vertraut.“

    Doch Ende Oktober wird sein Einkaufspaß gestört: Die Gewerbetreibenden schalten nicht mehr ihre

    „normal übliche Werbung“

    das wäre

    „überhaupt kein Problem.“

    Nein, die Bäckerei Elmi macht Werbung mit „Kuchen, der gerade so verführerisch duftend aus dem Ofen kommt“ und das Gartencenter für billigen Grabbedarf. So etwas geht dann doch ein wenig zu weit und

    „passt sprachlich neben Topf und Söhne einfach nicht zusammen.“

    Da muss er schon mal mit einer

    „gemeinsamen Pressemitteilung reagieren.“

    Das heißt, diese zu unterschreiben. Auch wenn der Text für ihn viel zu kritisch formuliert sein dürfte – seinen Namen drunter zu setzen, das ist doch gut für das eigene Image.
    Nun kann er weiter beruhigt da einkaufen, wo im Nationalsozialismus Leichenverbrennungsöfen für Buchenwald und Auschwitz hergestellt wurden.


    Elmi-Werbung

    Die erwähnte Pressemitteilung: hier lesen.
    Heute hat die Kampagne „Hände hoch – Haus her“ ebenfalls eine Pressemitteilung zur Werbung auf dem ehemaligem Topf & Söhne-Gelände in Erfurt veröffentlicht: hier lesen.

    Quelle der Ramelow-Zitate:
    http://www.bodo-ramelow.de/nc/tagebuch/detail_tb/browse/1/zurueck/tagebuch/artikel/ein-sensibler-ort-und-unsensible-werbung/