Was ist was? Der Diskurs. dokumentiert aus der Spunk, Oktober 2001

Focault sagt Diskurs

Michel Foucault war ein schwuler Wissenschaftler, der in Frankreich lebte und viel dazu geschrieben hat, wie Machtverhältnisse im Kleinen erzeugt und aufrecht erhalten werden.
Allen Anfeindungen zum Trotz hat er niemals behauptet, dass seine Analysen alle gesellschaftlichen Machtverhältnisse erklären können.

Diskursanalyse als Erweiterung marxistischer Analyse

Fortschrittlich Focault lesen bedeutet, seine Erkenntnisse zur Erweiterung der Analyse für die Fälle, in denen eine rein ökonomische Erklärung scheitert, zu sehen.

Diskurs ermöglicht Sinn durch Begriffe und Bedeutungszusammenhänge

Im Lexikon steht, Diskurs sei die Menge der Aussagen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt logisch und grammatisch möglich wären. Im engeren Sinne ermöglicht Diskurs Sinn, indem er Dinge mit einem Begriff versieht und diesen Begriff in einen Bedeutungszusammenhang stellt. Das geschieht in der Regel durch Übereinkünfte. Eine gewisse Menge Menschen ist sich einig, daß ein Begriff ein Ding bezeichnet, das sich zu anderen Dingen in bestimmter Weise verhält. Sinnvolle Kommunikation ist da möglich, wo unter den Beteiligten genügend Übereinstimmung bezüglich der Begriffe herrscht.

Spezialdiskurs neben dem Alltagsdiskurs

Je nach dem, mit wem wir über was in welchem Zusammenhang reden, führen wir alle mehrere Diskurse.
Bestimmte Berufsgruppen haben Spezialdiskurse, die Begriffe enthalten, die für die Normalbürgerin mehr verwirrend als erhellend wirken. Wer schon mal im Computerladen war, weiß, was ich meine.

Menschen schaffen Begriffe

Die Begriffe dieses Diskurses stammen aus technischen Dokumenten oder aus der Marketing-Abteilung der Computerfirmen. Aber auch der Duden stellt Begriffe für Diskurse bereit und eine unerschöpfliche Quelle stellt die wissenschaftliche Literatur bereit.

Nur wer den selben Diskurs teilt, kann sinnvoll kommunizieren

Wie oben schon gesagt, ist sinnvolle Kommunikation nur möglich, wenn die Beteiligten einen Diskurs teilen. Wenn also eine Marxistin und eine bürgerliche Soziologin über die Klassengesellschaft reden, werden sie kaum etwas sinnvolles produzieren, weil der Begriff Klasse bei Marx und Weber etwas anderes bedeutet und in eine grundlegend andere Theorie eingebettet ist.

Begriffe wandern von Diskurs zu Diskurs

Oft wandern auch Wörter aus dem einen Diskurs in den anderen.

Internet ist nicht das WWW

Dabei können sie ihre Bedeutung ändern und in vollkommen anderem Kontext wieder auftauchen. Zum Beispiel ist der Begriff Internet vom Spezialdiskurs der NetzwerkspezialistInnen in den Alltagsdiskurs gewandert, er bedeutet dort jedoch was anderes.

Begriffe funktionieren in Diskursen wertend

Aber der Diskurs macht noch mehr. Zu der reinen Benennung stellt er Begriffe in einen Zusammenhang und funktioniert dadurch wertend. Zum Beispiel bedeuten die Begriffe totalitär und ganzheitlich eigentlich das selbe (das große Ganze betreffend).

Wertung entsteht mit dem diskursiven Zusammenhang

Nur steht der eine im Zusammenhang mit DDR und NSDAP mit fiesen verfassungsfeindlichen Gestalten und der Randale am ersten Mai. Der andere ist Leitbegriff der Agenda 21 (1) und taucht eher im Zusammenhang mit Mülltrennung, Bachblütentherapie und naturnaher Waldbewirtschaftung auf.

Diskurs kanalisiert Analysen

Durch die konstruierten Zusammenhänge kanalisiert der Diskurs die Analyse des Gegenstandes. Wenn heute in der Soziologie nicht mehr über Klassen geschrieben wird, sondern die Stellung im Produktionsprozess als Milieu oder mit Hilfe der Lebenswelt beschrieben wird, so ist vollkommen klar, daß Armut in dieser Analyse auf persönliches Versagen zurückzuführen ist und auch ebenso behoben werden muß.

Die Kontrolle über Diskurse ist eine Machtfrage

Die Macht, Begriffe zu besetzen und positiv oder negativ zu belegen heißt diskursive Macht.
Wie sehr sie Handeln beeinflussen kann, zeigt das Beispiel der Fluchthilfe.

Fluchthelfer – Schlepperbanden – Menschenhändler

Die Leute, die Menschen gegen Geld über Grenzen bringen, hießen vor 1990 in der BRD Fluchthelfer. Nach der Wende war die deutsche Ostgrenze plötzlich keine unrechtmäßige mehr und das Geschäft wurde unangenehm. Bei einer europäischen Innenministerkonferenz wurde neben dem härteren Vorgehen gegen illegale EinwandererInnen eine neue Sprachregelung beschlossen und aus Fluchthelfern wurden über Nacht Schlepperbanden und Menschenhändler.
Bezeichnet wird nach wie vor dasselbe, nur steht Schleppen und Menschen handeln in einem vollkommen anderen diskursiven Zusammenhang. Nach „Hilfe“ und „Flucht vor dem Unrecht“ wird benannt(2), es geht nun vielmehr um „Banden“ die mit „Organisierter Kriminalität“ mit Menschen (am Ende gar Sklaven?) handeln.
Ohne die allgemeine Erkenntnis, daß Fluchthilfe böse ist, lässt sich kaum erklären, daß die meisten Flüchtlinge an der deutschen Ostgrenze durch aktive Hilfe aus der Zivilbevölkerung gefangen genommen werden.
Für politisches Engagement bedeutet die Diskurstheorie, zu analysieren, in welchem Zusammenhang die von uns benutzten Begriffe stehen und wie wir Diskurse emanzipatorisch beeinflussen können. Positives Beispiel ist der Titel der Kampagne Kein Mensch Ist Illegal.

(1) Das war so ein Entwicklungs- und Umweltpolitik-Programm für das 21. Jahrhundert, das 1992 auf nem Gipfel in Rio de Janeiro beschlossen wurde.
(2) Wow, das Beispiel ist noch immer aktuell, so wurden dieses Jahr im Oktober Fluchthelfer vom Bundesgauck-präsident mit einigem Trara und dem Bundesverdienstkreuz belohnt. Und eben nicht solche, die Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa bringen.


7 Antworten auf „Was ist was? Der Diskurs. dokumentiert aus der Spunk, Oktober 2001“


  1. 1 1 17. Januar 2013 um 14:54 Uhr

    Mal aus interesse bzgl Punkt 2: Was lässt sich nicht ableiten?

    Zu dem „Kein Mensch ist Illegal“: Was ist daran positiv? Ich würde gegen diese Kampagne erstmal einwenden: Doch Menschen sind Illegal. Der Zustand der (Il-)legalität wird erst durch Staaten hergestellt. Sie sind die Instanzen, dir darüber entscheiden, wo Menschen leben dürfen. Und da werden eben Menschen, die dem Standort schaden, nicht reingelassen und für illegal erklärt. Das ist z.B. der erste, ganz grobe Fehler der Kampagne.
    Worauf ich hinaus will, ist, dass doch der Zustand der Legaltität nicht gegen das Wohl der Menschen spricht, sondern das Wohl der Menschen GEGEN das Prinzip der Legalität einzuwenden wäre. Da braucht man dann aber auch nicht zu sagen „eigentlich sollte das Recht aber…“, denn das ist purer Idealismus. Ich weiß nicht ob ich dazu noch mehr sagen soll, deswegen erstmal: soweit verständlich?
    lg

  2. 2 kinky 21. Januar 2013 um 19:26 Uhr

    hey 1,
    sorry für die späte antwort,
    hm, ich bin nicht ganz sicher:
    der staat erklärt doch nicht die menschen für illegal, sondern ihr verhalten/unterlassen z.b. das ohne-gültige-papiere-eine-grenze-übertreten, das zu-einem-bestimmten-zeitpunkt-nicht-ausreisen. oder? und keine ahnung ob die unterscheidung überhaupt so wichtig ist.
    naja zu idealismus und kampagne: ein slogan drückt doch das auch gerade aus, also ein idealistisches ziel.
    nein, so ganz verstehe ich nicht, was du mit den letzten sätzen meinst. wenn der satz der kampagne wahrheit wird, dann ist doch auch automatisch das prinzip der legalität überflüssig.
    wie hätte die kampagne besser? treffender? heißen sollen?
    lg :)

  3. 3 1 22. Januar 2013 um 14:38 Uhr

    Doch, der Staat erklärt Menschen als Illegal. Schon durch den einfachen Sachverhalt, das er manchen Menschen, seinem Volk, genauer, einen Pass verpasst und sie somit für legal erklärt. Dadurch sind automatisch alle, die seinen Pass nicht haben, auf seinem Gebiet illegal, nicht erlaubt. Aber ich gebe dir schon recht, ob er da jetzt den „ganzen“ Menschen oder nur seine essenzielle Handlung, das pure existieren an einem Ort (was als Mensch ja nunmal schwer zu vermeiden ist) für illegal erklärt, das halte ich auch für eher unwichtig.

    Zu dem Idealismus: Es sind zwei unterschiedliche Dinge die du da glaube ich vermischst. Zum einen ein Bild, das man verwirklichen möchte, einen Zustand den man zu erreichen hofft und für den man agitiert, auf der anderen Seite den Idealismus. Ihn zeichnet aus, das man mit einem puren Ideal auf die Welt losgeht und sie an diesem Maßstab misst, und von ihr verlangt, das sie dieses Ideal doch eigentlich (!) zu verwirklichen verpflichtet ist oder sein müßte.
    Das erste ist eine halbwegs vernünftige Sache, ihr vorausgeganen sein sollte allerdings eine grundlegende Analyse der Verhältnisse um zu wissen, was einem tatsächlich im Weg steht. Dann ist der Kampf für eine politische Sache auch einer, den ich unterstützen würde. Aber gerade die Analyse fehlt beim Idealismus: Diese Mühe wird sich einfach nicht gemacht. Stattdessen wird vlt ein Recht auf Asyl oder ein Recht auf Arbeit gefordert, sollte es doch selbstverständlich sein, dass alle Menschen dort leben fürfen, wo sie wollen und dort auch Arbeit finden um zu überleben. Das beides geht aber an der Realität vorbei:
    In der Realität teilen Staaten nämlich Menschen sehr wohl auf, und zwar nach Brauchbarkeit für den Standort. Das tun die Staaten aber ja nicht einfach aus Spass, sondern weil sie als kapitalistische Staaten in handfester Konkurrenz zu ihresgleichen stehen und so nur den Gesichtspunkt der Rentabilität als Maßstab an Flüchtlinge aus Afrika oder Ingenieure aus Indien anzulegen gepflegt sind.
    Ähnlich verhält es sich ja z.B. mit der Arbeit: Sie findet erst dann statt, wenn sie sich für einen Unternehmer lohnt. Und das Menschen nicht arbeiten müßen, ist ja auch für sich genommen nicht unbedingt das schlimmste von der Welt.
    Ich denke die (sehr) kurzen Beispiele reichen, um zu zeigen was ich damit sagen will: Es ist gar nicht die Sache der hiesigen Demokratie für das Wohl der Menschen da zu sein: erst werden sie durchsortiert, dann (wieder per Gesetz) auf das Eigentumsverhältniss festgelegt und stehen letzendlich untereinander in Konkurrenz. Das ist das Werk der Staatsmacht. Dann gegen sie anzutreten, als müßte sie aber eigentlich für die Menschen sein, ist schlicht und einfach dumm. Sie tut genau das, was so eine Demokratie tut und tun muß. Sie ist dann eben der objektive Feind, aber kein freundliches Werk an das man sich hilfesuchend wenden kann. Das mus man mal begreifen…
    Hast du ja vlt auch schon.
    Zu deinem Einwand: wie soll denn der Satz Wahrheit werden? Der Zustand der Legalität liegt bei der Staatsgewalt, sie abzuschaffen wäre dann ja vonnöten. Ich wollte damit nur sagen, dass es sehr nach Idealismus klingt, oder es auch ist, wenn es „doch eigentlich heute gar nicht so sein müßte, das Menschen im Mittelmeer ertrinken“. Doch würde ich sagen, im demokratisch regierten Kapitalismus ist das sehr notwendig! Könnte ein Argument gegen ihn sein ;)
    Wie die Kampagne heißen soll? So einfach erstmal nicht. Reicht das nicht, zu sagen, das der Name falsch und evtl sogar contra-produktiv ist, um ihn n i c h t zu benutzen?
    Ansonsten nenn’s Antikapitalistische Flüchtlingskampagne, wenn du vernünftige Flüchtlingspolitik machen willst.

    :)>-

  4. 4 kinky 04. Februar 2013 um 1:48 Uhr

    hey 1 :-), nochmal sorry für die späte antwort:

    „Zum einen ein Bild, das man verwirklichen möchte, einen Zustand den man zu erreichen hofft“

    ist das denn kein ideal?

    „und für den man agitiert,“

    ich dachte, das wäre schon idealismus.

    „auf der anderen Seite den Idealismus. Ihn zeichnet aus, das man mit einem puren Ideal auf die Welt losgeht und sie an diesem Maßstab misst, und von ihr verlangt, das sie dieses Ideal doch eigentlich (!) zu verwirklichen verpflichtet ist oder sein müßte.“

    und das vielleicht eine bestimmte art von idealismus, eher eine unutopische, realpolitischere.
    es ist dabei nicht bloß der maßstab des ideals, sondern auch der welt selbst. z.b. wenn diese welt behauptet, ein rechtsstaat zu sein, widerspricht sie sich, widerspricht ihrem eigenen maßstab, wenn die bullerei ohne gesetzesgrundlage wohnungstüren eintritt.
    .

    „Sie tut genau das, was so eine Demokratie tut und tun muß. Sie ist dann eben der objektive Feind, aber kein freundliches Werk an das man sich hilfesuchend wenden kann.“

    da stimme ich dir ja voll zu, aber was folgt denn daraus?

    „Der Zustand der Legalität liegt bei der Staatsgewalt, sie abzuschaffen wäre dann ja vonnöten.“

    ich glaube, das klingt noch viel idealistischer als alles andere, oder? vor allem wenn danach ein zustand entstehen soll, wo „alle Menschen dort leben fürfen, wo sie wollen“ und nicht arbeiten müssen usw.
    wie schaffe ich den staat ab? die kampagne gegen residenzpflicht ist dann ja sicher auch quatsch. oder? aber warum kann sie nicht auch ein zwischenstopp auf dem weg zum großen ziel sein? oder sieht dieser weg ganz anders aus – wie? gibt es kein richtigeres leben im falschen?
    .
    no nation – no border!
    fight law and order!
    richtig?
    .
    no border – no nation!
    stop deportation!
    falsch?
    .
    „kein mensch ist illegal“ behauptet etwas wider besseren wissens. ist es dann nicht vielmehr als eine forderung zu lesen? „kein mensch sollte illegal sein!“ => jeder mensch sollte legal sein. => damit würde die kategorie der legalität doch obsolet (überflüssig). => wenn diese kategorie der legalität aber notwendiger bestandteil des staates ist, dann würde auch dieser abgeschafft sein.
    .
    konsequent so gelesen ist „kein mensch ist illegal“ doch genau das gegenteil z.b. zu dem studentenmob in jena, der eine abschiebung verhindert hat, weil:

    „Kind ist gut integriert – Abschiebung unbegründet Es liegen keine begangenen Straftaten vor und das vierjährige Kind der Familie ist gut in die Gemeinschaft integriert. Vor diesem Hintergrund gibt es keinen Grund die Familie abzuschieben.“

    (quelle: http://www.jenapolis.de/2012/12/abschiebung-vorerst-verhindert-polizeiaktion-am-jenaer-asylbewerberheim-blockiert/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=abschiebung-vorerst-verhindert-polizeiaktion-am-jenaer-asylbewerberheim-blockiert, via, via )

  5. 5 1 04. Februar 2013 um 18:21 Uhr

    1) Idealismus

    Das, was du eine bestimmte art von Idealismus nennst, darum geht es mir hauptsächlich bei der Kampagne. Denn dieser Teil ist, wie ich versucht habe zu zeigen, in ihr drin. Ob das jetzt allgemeiner oder spezieller Idealismus ist…
    Nur eine Sache zu wollen, ist doch an sich noch kein Idealismus, oder? Also wenn ich ein Kaugummi will, mir ein Schwimmbad kaufen, oder die Ökonomie so einrichten, das sie den Menschen, also vor allem meiner selbst, Bedürfnisse befriedigt, dann ist doch alles drei kein Idealismus. Wenn ich nämlich feststelle: So geht vernünftig Versorgung, dann kämpfe ich (!) um meiner selbst willen dafür. Das ist dann kein Ideal was ich verwirklichen will, sondern schlicht mein Interesse. Dafür agitiere ich auch andere, weil ich ihre Hilfe brauche, und sie meine. Aber ich sage nicht: eigentlich sollte es den Leuten dufte gehen. Das zu fordern ist übrigens auch eher dumm, weil das haben sie nur selbst in der Hand!
    Ich will auch gar keine Alternative oder so etwas propagieren: Ich habe eine kritik, die bringe ich an, wenn sie passt. Aus ihr heraus kann man dann schon leicht lesen was auf sie folgt, aber dafür möchte ich erstmal mit meiner Kritik ernst machen und sie nicht auf ein Ideal festgelegt wissen. Sie hat ihre Gründe in dieser Welt. Ich will also weniger eine Wertevorstellung praktisch umgesetzt haben, als wirklich einen Zustand abzuschaffen, den man wissenschaftlich erklären kann.

    2) Rechtsstaat
    Das halte ich für einen besonders unkritischen Vorschlag (auch falls du es so nicht meinst, trotzdem wichtig), eine Sache an dem von ihr selbst gesetzten Ideal zu prüfen. Speziell an dem Beispiel: Wenn die Polizei ohne gesetzesgrundlage Handelt, dann sind sie eben nicht mehr die Diener des Rechtsstaaten, sie sind dann selbst Verbrecher und werden i.d.R vom (tatsächlichen) Rechtsstaat verfolgt. Dieser ist also nachwievor einer (d.R.: Rechtsstaat), und das ist doch mehr als Grund genug, ihn vernünftig zu kritisieren! Es ist eben kein Ideal, sonder praktisch umgesetzt ein realer Zustand. Das weiß auch jeder, der schonmal einen rechtlich korrekten Knüppel abbekommen hat usw. Er hat eben reale Ziele, keine Ideale. Und das ist, denke ich hier zumindest, der Unterschied zwischen Zielen, welchen man sich selbst setzt und die man selbst verfolgt, und idealismus, den man von anderen fordert, ohne sich derer Ziele bewusst zu sein… (!?)

    3) Politisches
    „ich glaube, das klingt noch viel idealistischer als alles andere, oder? vor allem wenn danach ein zustand entstehen soll, wo „alle Menschen dort leben fürfen, wo sie wollen“ und nicht arbeiten müssen usw.“

    Was ist daran idealistisch die Staatsgewalt abzuschaffen? Das ist ein Ziel, kein Ideal.

    Du fragst, wie man den Staat abschafft? Ich denke, das kannst du dir ganz gut selbst denken. Als erstes muss man nämlich auf jeden Fall mit den Menschen reden und ihnen, so blöde das auch klingt, die Welt erklären.

    Warum eine Kampagne gegen Residenzpflicht fahren? Was ist denn das schädliche Interessen, das sich dahinter verbirgt? Dagegen muss man sein, das ist das objekt der Beschwerde. Wegen diesem Interesse kommt es zu so etwas, wird es immer wieder geben, und wird, auch von vielen gegnern der Residenzpflicht, für gut befunden (das s. Interesse). Nein, das will ich nicht unterstützen! Es ist nicht meine Sache, Menschen in ihrem falschen Kampf für mehr Demokratie zu unterstützen! Wenn sie sich gegen Kapitalismus und Staat aufstellen, dann meine ich, wäre das mal vernünftig und ein richtiger Kampf gegen Residenzpflicht!
    Und da bin ich kompromisslos. Da kenne ich keinen Zwischenstop. Die Parteinahme für diese Verhältnisse nur ohne Atomstrom, Residenzpflicht, Kinderarmut (oder andere x-beliebigen „miss“-stände bin ich Kräftig leid. Sie alle haben ihren erklärbaren Grund und sind keine Misstände, sonder genau das Produkt dieser Welt. Warum das nicht den Leuten sagen? Warum mit ihnen für ein besseres Deutschland aufstehen? Das als kleinen Schritt zu verbuchen ist falsch. Er führt 0 (null :) ) in die richtige Richtung. Nichts hat das mit antikapitalismus zu tun. Trotzdem Castor-transporte und co zu machen, das ist die wirklich resignative Einstellung. Wer so Politik macht, der hat wirklich resigniert und macht praktisch Realpolitik.

    4) Demos

    Ich finde den ersten Spruch besser, er trifft die Sache schon etwas besser und richtet sich gegen das Rechtsbewusstsein der Menschen. Bei dem zweiten kommt halt eher idealismus heraus…
    Aber generell finde ich demos nicht besonders gut. Sie sind nur Ausdruck eines Urteils, mehr nicht. Im besten fall, meistens wollen sie ja „nur ihre Meinung“ sagen.
    Dann doch lieber im einzelnen mit Menschen reden und evtl Vorträge halten, anders bekommt man sie nunmal nicht überzeugt. Ein vermummter mob hat so wenig mit Argumenten zu tun, egal was er reimendes brüllt (auch nicht vermummt)…

    Wer fordert, kein Mensch sollte illegal sein, der bekommt ein Publikum, das dann halt nächstesmal die linke wählt. Denn die machen ja das, was „eigentlich“ sein sollte.

    „=> wenn diese kategorie der legalität aber notwendiger bestandteil des staates ist, dann würde auch dieser abgeschafft sein.“
    Jau. Deswegen bitte ab jetzt das irgendwie den Leuten erklären! Wofür es da ist, warum das Recht, was leistet es, was folgt daraus. Um das zu erklären braucht es doch keinen falschen (!) Spruch, sondern handfeste Argumente.

    5) Zum letzten Teil
    Naja… Kein Mensch ist illegal ist ja faktisch ein falscher Satz, ihn zu rufen, wie ich hoffentlich bewiesen habe, eher blöd. Gemeinsam hat beides, das es für sich genommen, der Slogan und die studis, darauf baut, der Staat habe sich ja eigentlich in ihrem Sinne um diese Sache (Flüchtlinge) zu kümmern. Das ist ihr gemeinsamer idealistischer Gehalt. Unterscheiden tun sie sich vor allem darin, das die studis allerdings sehr gute Gründe für eine Abschiebung kennen (schlechte Integration, Straftaten, Alter). Und die Kampagne (KMII) will (oder kann) nicht verstehen, das das was sie da kritisieren (u.A an solchen studis), aus dem entspringt, wofür sie gerade ihre idealistische Parteinahme inklusive Forderung richten. Diese Kampagne lebt von dem falschen Bewusstsein der Leute, und vermag auch nicht mehr, als dieses zu stärken.

    Sehr viel Kraft, die in eine Sackgasse läuft…

    Sorry für den Ton an mancher Stelle, denke mal du kommst damit klar :-"

  6. 6 1 08. März 2013 um 11:39 Uhr

    Und?

  7. 7 kinky 28. März 2013 um 18:32 Uhr

    und,und,und… bin schon weile krank (:|
    grüße!

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