Archiv für Februar 2011

Verboten

Valentinstag 2011? Ein Herz für Thomas!

Edit: Achtung, der Prozess wurde schon wieder mal verschoben. Diesmal auf den 08. Juni 2011, 09.00 Uhr, Amtsgericht.

Am 16. April 2009 wurde das besetzte Haus auf dem ehemaligen Topf & Söhne-Gelände in Erfurt brutal von der Polizei geräumt. Dies veranlasste zahlreiche Unterstützer_innen der 8 Jahre währenden Besetzung dazu, bundesweit an Solidaritätsaktionen teilzunehmen oder eigene zu organisieren. Auch Thomas beteiligte sich durch Fahren des Lautsprecherwagens auf einer Demonstration nach der Räumung in Erfurt. Als sich der Demonstrationszug vom Anger aus in Richtung Fischmarkt bewegen wollte, stürmte die Polizei plötzlich den Lautsprecherwagen. Die Polizist_innen griffen Thomas mit Pfefferspray an, zerrten ihn aus dem Wagen und verhafteten ihn.

Knapp 2 Jahre später, am 14. Februar 2011, beginnt nun der Gerichtsprozess gegen ihn. Die Tatvorwürfe laut Anklageschrift: „Verstoß gegen das Versammlungsgesetz jeweils in Tatmehrheit mit gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte in Tateinheit mit versuchter Körperverletzung“. Unter dem Motto „Angeklagt bin ich allein – gemeint sind wir alle“ hat sich eine Unterstützer_innen-Gruppe gegründet. „Wir werden den Prozess kritisch begleiten und rufen zu solidarischer Unterstützung auf!“ sagte Vera Grone, eine Sprecherin der Gruppe. „Es scheint als habe die Polizei politisch agiert und versucht, jeden kleinsten Vorwand zu nutzen, um die Demonstration aufzuhalten. Mit dem bevorstehenden Prozess soll ein Unterstützer der Besetzer_innen kriminalisiert, sowie der gesamte Polizeieinsatz legitimiert werden.“ so Grone weiter.

Wir laden ein zur Kundgebung am 14. Februar 2011 unter dem Motto „Hände weg von unserem Fahrer!- ein Herz für Thomas“ um 12.30 Uhr vor das Amtsgericht in Erfurt. Der Prozess beginnt am selben Tag um 13.15 Uhr im Sitzungssaal 8.
Email: ugruppe.thomas( ätt>googlemail.com

Sozialwohnungen auf dem Topf & Söhne-Gelände bald bezugsfertig


Vor zwei Jahren, als in Erfurt debattiert wurde, ob es nötig sei, das ehemalige Topf & Söhne-Gelände platt zu machen und neu zu entwickeln, lautete eines der Argumente der Stadtspitze, es würden dort dringend benötigte Sozialwohnungen entstehen. Irgendwie wusste man damals schon, dass das gelogen ist. Immerhin steht in Erfurt einiges leer und wenn etwas den Zugang zu billigem Wohnraum beschränkt, dann die Zurückhaltung der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft bei der Vermietung von Altbauten.
Seit ein paar Tagen kann man nun in der Rudolstädter Straße sehen, was bald auf dem Gelände entstehen wird (rechts) und wie es früher einmal dort ausgesehen hat (links). So werden denn bald Eigentumswohnungen zum Verlieben auf den Trümmern von Montagehallen und Zwangsarbeiterbarracken gebaut. Da freut man sich sich doch auf’s Sektchen in der Badewanne.
via Infoladen Sabotnik