Archiv für September 2010

Eine soziale Tätowierung

Warum geht mensch zum Zoro-Festival? Um sich draußen mit anderen zu unterhalten.
Und da schien auf einmal das Folgende aus dem Hörspiel „Flugbegleiter“ zuzutreffen, wovon ich bisher immer gedacht (gehofft?) hatte, dass es doch etwas überspitzt dargestellt wird:

• Heidi zu Felix: Hast du schon mal bemerkt, dass noch so detailliert ausgearbeitete männliche Statuen der Antike keine Brustwarzen besitzen?
• Christina: Weibliche dagegen sehr wohl.
• Felix: Was ich auffallend finde, ist dass unsere Identität in erster Linie als eine sexuelle definiert wird. und zwar im performativen Sinn einer persönlichen = politischen Praxis. Ich kann ein sehr kunstvolles Geländer drechseln, doch die Leute werden nicht sagen: ‚Seht, da geht jener, der so schöne Geländer drechselt!‘
Ich kann ein ganzes Haus mit meinen eigenen Händen erbauen, aber die Leute werden mir deshalb keinen anderen Namen geben.
wenn ich jedoch mit dem hübschen Jungen aus der Nachbarschaft ins Bett gegangen bin, werden sie mich mein Leben lang nach eben dieser Handlung benennen.
• Christina zu Felix: Sie in deinen Körper einschreiben.
• Felix: Ganz genau. Eine soziale Tätowierung anbringen sozusagen.

Das Hörspiel „Flugbegleiter“ von Thomas Meinecke und Move D, wo Inszenierung von Geschlechterrollen, Homosexualität, queerer Musik… diskutiert wird, supergut begleitet mit viel House Music kann mensch herunterladen: download-verweis von br2, 54 Mb, 78 min. Unbedingt anhören!!!

Berlin

Viele gute Gespräche gehabt.
Und: Erfurt ist in allem 20 Jahre hinterher.
• Freitag: Trampen. Noch nie so unfreundliche Menschen an einer Raststätte gesehen, wie in Potsdam-Michendorf. Bei dem Typen, der mich dann endlich mitnimmt, entdecke ich ein Hakenkreuz im Auto.
• Samstag: Konferenz Antisexistische Praxen. Ziemlich traumatisierend. Aber toll, dass es auch dieses Theaterstück gab: Prinzessin Tim. Hier ein Foto:

• Sonntag: Sonne.
• Montag: Regen. Bullen. Und was heißt gleich „Hände hoch! – Haus her!“ nochmal auf Englisch?
• Dienstag: Lock-Picking-Workshop. Teil eins: Gefesselt werden mit Kabelbinder. Teil zwei: Det wieder uffkriegen. Teil eins: Schön. Teil zwei: Erfolglos. Danke an die Person mit der Axt!
• Mittwoch: Wintersquat. Bullen kommen vorbei und beschweren sich, dass die Musik zu laut sei.
Bullen kommen vorbei und sagen dass das Licht ausgemacht werden soll.
Bullen kommen vorbei und beschweren sich, warum wissen sie nicht.
• Donnerstag: Eine Made taucht in der Sojamilch auf. Alarm. Das M-Wort darf nicht mehr benutzt werden.
• Freitag: SO36. Tanzen! Ich treffe D, die ihr Gesicht verzieht, und frage: „Magst Du denn die Musik nicht?“ – „Nein. Die denken doch alle, sie wären in Ibiza!“
• Samstag: 1000 Kreuze? – Mehr, mehr, mehr – Mehr Analverkehr!
Die Kreuze fliegen in die Spree, siehe:
http://www.youtube.com/watch?v=DkfLerDQtd8
Und dann ist

Kreuzeangeln angesagt. Anzuschauen hier:
http://www.youtube.com/watch?v=zx-uy8RAWCo
So was gibt es an der Krämerbrücke nicht.

Werbung:

Armes Bernd das Brot – Halte durch bis zur Revo!

Nachdem es am 01. Februar 2009 der netten Gesellschaft von „unbekannten Sympathisanten der Besetzung des Topf-und-Söhne-Geländes in Erfurt“ (so wikipedia) entrissen wurde, danach im Bullenrevier landete und später in der Erfurter Innenstadt festgekettet wurde, nun das: Den Söhnen des Bundespräsidenten Wulff – Linus Florian und Leander ist langweilig. Und da bekommen sie von der Stadt Erfurt mal eben Bernd das Brot und das Sandmännchen geschenkt. Es lebe die Monarchie.

Erfurts unbeliebteste Normverstöße


gesehen beim Polyfantasiaball

18 Prozent der Reichsdeutschen

würden also Sarrazin wählen, so eine Umfrage. Das gab es doch schonmal. Möllewahn und so. Würde der idiotische, flachgeistige, esoterische Lärm-Macher Schlingensief (so aergernis bei afty) noch leben, vielleicht hätte er all seinen Mut wieder zusammen genommen, wäre auf der Bühne rumgesprungen und hätte geschrieen:

„Tötet

  Sarrazin!“