Archiv für Juni 2010

Wände in Jena


klick

Party am Freitag!!!

[22.06.2010] Vegan Essen in Erfurt: Burger mit Falafel


- Köch_innen: Kampagne „Hände hoch – Haus her!“
- Name der Veranstaltung: Küfa – Küche für alle
- Qualität: sehr gut
- Geschmack: sehr gut
- Preis: Spende
- Verpackung: Teller
- Positives: schönes Wetter heute
- Negatives: es gibt immer noch kein besetztes Haus in Erfurt

Thüringen-Monitor 2010 veröffentlicht

Der neue Thüringen-Monitor der Uni Jena (download pdf, ca. 980 KB), mit dem „zentrale Aspekte der politikbezogenen Einstellungen der Bürgerinnen und Bürger dokumentiert und wissenschaftlich analysiert“ werden sollen, ist da. Der MDR titelt: „Rechtsextreme Einstellungen auf dem Rückzug“ um dann mitzuteilen:

  • „Die Zahl rechtsextrem eingestellter Menschen sank seit 2008 von 16 auf 13 Prozent.
  • Der harte Kern von Personen mit verfestigten rechtsextremen Einstellungen ging von 6 auf 3 Prozent zurück.
  • Gut ein Viertel der Thüringer seien nach wie vor ausländerfeindlich eingestellt.“

Wenn mensch dann doch mal genauer nachliest kommen auch solche Ergebnisse zu Tage: 33% der Thüringer_innen stimmen eher und 35% voll und ganz der Aussage „In diesen Zeiten brauchen wir unbedingt eine starke Hand“ zu. Deshalb hat Erfurt auch den passenden Bürgermeister Bausewein, der „klare Verhältnisse schaffen“ will.
Knapp jedeR Dritte (29%) ist der Ansicht: „Andere Völker mögen Wichtiges vollbracht haben, an deutsche Leistungen reicht das aber nicht heran.“ Und 38% meinen „Die Ausländer kommen nur hierher, um unseren Sozialstaat auszunutzen.“ Für 45% der Thüringer_innen ist „die Bundesrepublik durch die vielen Ausländerin einem gefährlichen Maß überfremdet.“ – Also zum Beispiel durch Lukas Podolski, Mesut Özil, Serdar Tasci, Sami Khedira, Jerome Boateng und Dennis Aogo.
Naja, letztes Jahr war ja „Superwahljahr 2009″ und der neue Landtag wurde gewählt. Dazu die Frage:

Hahaha. Eher ganz schön traurig ist, dass Menschen ab 60 Jahren auf die Frage, welcher der folgenden Werte in Ihrem Leben der wichtigste ist, so antworten:
Pflichtbewusst sein 64%, Fähigkeiten entfalten 27%, Leben genießen 10% …

Punx-Bootstour 2010 vs. Kackstadt Erfurt


Auch dieses Jahr haben die Bullen rumgestresst, schön wars trotzdem.
Klick: Bericht des Infoladens

Thüringentag der Nazis in Pößneck: Ein Reinfall

Zum neunten sogenannten Thüringentag der nationalen Jugend, diesmal in Pößneck, kamen statt der von den Nazis erwarteten 300 Kameraden „nur“ knapp 100. Und der Veranstalter wurde von den Bullen wegen seiner HakenkreuzSS-Runentätowierung festgesetzt.
Leider sind Nazis nicht nur auf organisierten Veranstaltungen präsent…


„Ich freu mich dass wir also eine … bürgerliche Dagegen-Demonstration auf den Weg gebracht haben.“
Michael Modde, Bürgermeister Pößneck

Diese Woche in Erfurt: Veranstaltungen zum Prozess Kaisers vs. Emmely

  • Dienstag, 8. Juni 2010, 21 Uhr bei der Küfa (ab 19.00 Uhr) des Besetzten Hauses im Radio Frei: Film: „Ende der Vertretung – Emmely und der Streik im Einzelhandel“ und Diskussion.
  • Donnerstag, 10. Juni um 10 Uhr vor dem Bundesarbeitsgericht in Erfurt (Petersberg) und um 17 Uhr am Anger: Kundgebungen
  • Ausführlich auf der Seite des Infoladens: http://sabotnik.blogsport.de/

    Zusammenfassung zum Vortrag von Manfred Freiling „Krieg und Frieden – 2 Seiten einer Medaille“

    Am Donnerstag bin ich nach Jena gefahren und habe mir die Veranstaltung mit Manfred Freiling „Krieg und Frieden – Zwei Seiten einer Medaille: Die Konkurrenz der Staaten um Weltmarkt und Weltmacht“ angeschaut. Sehr viel mehr neues, als das, was in der ausführlichen Ankündigung zum Vortrag steht, gab es da auch nicht mehr zu hören.
    Sind Krieg und Frieden ein totaler Gegensatz? Das sei abhängig, wie sehr mensch selbst davon betroffen ist. Ist mensch nicht direkt betroffen, dann seien es zwei Seiten einer Medaille: Wenn es Kapitalismus, Staaten und Handel gibt, führt dies zwangsläufig zu Krieg. Dieser ist die millitante Seite der Staaten im Konkurrenzkampf um Kapital.
    Dann meint Manfred noch: „Soldaten sind Mörder. Der Satz ist genaugenommen falsch.“ Sie seien vom Staat beauftragt und legitimiert. „Die Aussage: ‚Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin.‘ […] ist ein Luxus derer, die Friedensphantasien haben. Den Völkern wird der Krieg gebracht. Sie gelten als menschliche Schutzschilde ihrer Staaten.“ Für die Frage, ob es Krieg oder Frieden gibt, sei entscheidend, ob die Richtigen regieren.
    Nach dem Vortrag dann die Diskussion: Es wurde festgestellt, dass Haiti kein Militär hat. Die Begründung des Irakkriegs wird von Manfred kritisiert: „Waffen? Sind nicht alle Waffen Massenvernichtungswaffen?“ Jemensch im Publikum: „Ich schaue jetzt ganz betroffen auf mich selbst und frage: ‚Liegt das nicht in der Natur des Menschen, aggressiv zu sein und Gewalt einzusetzen und Krieg zu führen. Was liegt in mir verborgen?‘ Manfred verwundert: „Wie kommst du bloß darauf?!“ und: „Ich habe kein Menschenbild.“
    Das mit dem Öl von BP war ein Unfall.
    Eine Zuschauerin: „Aber Staaten sind doch etwas gutes. Und Handel und Arbeitsteilung doch auch.“ Wenn da was nicht funktioniere, seien „die Politiker“ halt korrupt.
    Auf den Vorschlag, Staaten abzuschaffen, erwidert ein Mann im Publikum, dass das nicht gehe wegen der Kriminalität. Er sei Hartz-IV-Empfänger und früher als es noch die Volkspolizei gab, sei eh alles besser gewesen. Und: „Ich war Bausoldat, das war nicht so schlimm. Mit den Jungs von der Stasi kam ich gut klar.“